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Warum erlaubt ein guter Gott, dass das Böse existiert?

Warum erlaubt ein guter Gott, dass das Böse existiert?
22 Sep
2011

Eine der quälendsten Fragen, denen wir uns gegenüber sehen, betrifft das Problem des Bösen. Warum gibt es Böses in der Welt, wenn es einen Gott gibt? Viele denken, dass die Existenz des Bösen die Existenz Gottes widerlegt. Manchmal wird das Problem des Bösen dem Christen in Form einer komplexen Frage vorgelegt: »Wenn Gott gut ist, dann wird er wohl nicht mächtig genug sein, um mit all dem Bösen und der Ungerechtigkeit in der Welt fertig zu werden, da dies fortbesteht. Wenn er mächtig genug ist, Übeltaten zu stoppen, dann muss er selbst ein böser Gott sein, da er nichts dagegen tut, obwohl er dazu imstande ist. Was ist er also? Ist er ein schlechter Gott oder ein nicht allmächtigen Gott?«

Selbst die Verfasser der Bibel klagten über das Leid und das Böse. »Denn Leiden ohne Zahl haben mich umgeben« (Psalm 40,13). »Warum ward mein Schmerz denn ewig, ward meine Wunde unheilbar und will nicht gesunden? « (Jeremia 15,18). »Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt« (Römer 8,22). Wir geben also bereitwillig zu, dass das Böse ein Problem ist, und wir geben auch zu, hätte Gott die Welt erschaffen, wie sie heute ist, dann wäre er kein Gott der Liebe, sondern vielmehr ein böser Gott.

Doch die Bibel macht deutlich, dass Gott die Welt nicht in dem Zustand geschaffen hat, in dem sie sich heute befindet, sondern dass das Böse in Folge der Selbstsucht des Menschen kam. Die Bibel sagt, dass Gott ein Gott der Liebe ist und dass er wünschte, eine Person und schließlich eine Rasse zu erschaffen, die ihn lieben sollte. Aber wirkliche Liebe kann nicht existieren, wenn sie nicht frei gegeben wird, durch freie Wahl und Willen, und so wurde dem Menschen die Wahl gelassen, Gottes Liebe anzunehmen oder sie zurückzuweisen. Diese Wahl machte die Möglichkeit des Bösen real. Gott ist weder Böse noch schuf er das Böse. Der Mensch brachte das Böse über sich, indem er selbstsüchtig seinen eigenen Weg, getrennt von Gottes Weg, wählte.

Wegen des Sündenfalls ist die Welt jetzt abnorm. Die Dinge sind nicht, wie sie sein sollten. Der Mensch ist, als Folge des Sündenfalls, von Gott getrennt worden. Die Natur ist nicht immer freundlich zum Menschen, und die Tierwelt kann auch sein Feind sein. Es gibt Streit zwischen dem Menschen und seinem Mitmenschen. Keiner dieser Zustände existierte vor dem Sündenfall. Jede mögliche Lösung für die Probleme, denen die Menschheit gegenübersteht, muss berücksichtigen, dass die Welt, in ihrem heutigen Zustand, nicht normal ist.

Wenn das Böse auch heute real ist, so ist es doch vorübergehend. Das Böse wird am Ende vernichtet werden. Das ist die Hoffnung, die der Gläubige hat. Eine neue Welt wird kommen, in der es keine Tränen und kein Leid mehr gibt, weil alle Dinge neu gemacht werden (Offenbarung 21,5). Das verlorene Paradies wird wiedergewonnen werden. Gott wird zu seiner Zeit alles Falsche zurechtrücken und alles Böse ein für allemal beseitigen.

Die Christen haben eine Rechtfertigung, das Böse, die Unmoral und Verderbtheit zu bekämpfen. Die Welt ist nicht mit einem Platz für das Böse geplant worden, und der Gläubige besitzt eine reale Grundlage, um die sozialen Krankheiten zu bekämpfen. Er glaubt nicht, dass alles, was ist, richtig sei. Der Christ entschuldigt Übeltaten nicht, indem er sagt, es sei Gottes Welt, noch setzt er voraus, dass alles, was geschieht, von Gott gutgeheißen wird. Gott wünscht das Böse nicht, noch entschuldigt er es jemals. Er hasst das Böse, und auch der Christ soll das Böse nicht nur verabscheuen, sondern er ist auch verpflichtet, etwas dagegen zu tun. Wenn die Sünde auch real ist, so akzeptiert der Gläubige sie doch nicht als die Art, wie die Dinge sein sollten. Indem er sich mit Jesus identifiziert, hat der Gläubige die Pflicht, Dinge, die schlecht sind, auch schlecht zu nennen, und darauf hinzuweisen, wenn das Böse das Gute überwältigt.

Der Christ kämpft nicht gegen Gott, wenn er soziale Probleme bekämpft. Naturkatastrophen, Verbrechen und Geisteskrankheiten sollten nicht die akzeptierte Ordnung der Dinge sein, weil sie nie so geplant waren und weil sie es in Gottes künftigem Königreich nicht sein werden.

Doch manche Menschen sind immer noch verwirrt darüber, dass Gott das Böse, überhaupt zulässt. Sie fragen, ob es weise von ihm war, dem Menschen die Wahl zu lassen. Dorothy Sayers rückte das Problem des Bösen in die richtige Perspektive:

»Aus welchem Grund auch immer Gott beschlossen hat, den Menschen so zu machen, wie er ist – begrenzt und leidend, Trauer und Tod unterworfen –, er besaß die Ehrlichkeit und den Mut, seine eigene Medizin zu schlucken. Welches Spiel er auch mit seiner Schöpfung spielen mag, er hat seine eigenen Regeln eingehalten und fair gespielt. Er kann vom Menschen nichts fordern, das er nicht von sich selbst gefordert hat. Er ist selbst durch die ganze menschliche Erfahrung gegangen, von den alltäglichen Ärgernissen des Familienlebens und den beengenden Einschränkungen harter Arbeit und dem Mangel an Geld, bis zu den schlimmsten Schrecken von Schmerz und Demütigung, Niederlage, Verzweiflung und Tod. Als er ein Mensch war, spielte er den Menschen. Er wurde in Armut geboren und starb in Unehre, und fand, das war es wert« (Dorothy Sayers, Creed or Chaos? New York: Harcourt, Brace and Col, 1949, S. 4).

Die Bibel sagt uns, dass Gottes Ziele manchmal jenseits unseres Verständnisses liegen. »Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so hoch der Himmel über der Erde ist, so viel sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken höher als eure Gedanken« (Jesaja 55,8-9). Paulus schrieb in ähnlicher Weise an die Kirche in Rom: »O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege« (Römer 11,33).

Obwohl die Bibel uns informiert, wie und warum das Böse entstand, sagt sie uns nicht, warum Gott das geschehen ließ. Wir wissen jedoch, dass Gott allweise und allwissend ist und dass er Gründe dafür hat, Dinge geschehen zu lassen, die weit über unser Verständnis hinausgehen.

Aus „Das kann ich nicht glauben! Antworten auf skeptische Fragen“ von Josh McDowell. Christliche Literatur-Verbreitung (CLV), 33661 Bielefeld. Hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verlages.

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Manfred Röseler

Manfred Röseler, verheiratet, zwei KInder, ist in den Bereichen Evangelisation und Medien im Missionswerk Bruderhand tätig.

Webseite: manfredroeseler.de